Historisches zu Weihrauch

Weihrauch spielte bereits in den alten Kulturen der meisten Völker eine bedeutende Rolle. Einer Legende nach hatte Adam bei der Vertreibung aus dem Paradies die Erlaubnis, einen Weihrauchbaum mit sich zu nehmen. Circa 3500 vor Christus wurden in Babylon für Weissagungen Weihrauch verwendet. In einem Tempel zu Theben 1700 vor Christus befinden sich reliefartige Darstellungen, nach denen die Königin Hatschepsut eine ägyptische Flotte nach Südarabien schickte, um lebende Bäume nach Theben zu bringen. Besonders viel wurde die Räucherung mit Olibanum im Tempeldienst der Hebräer, Phönizier und Caldäer angewandt. Zweck war dabei die Vertreibung des bösen Geistes.

Bei den Griechen setzte der Gebrauch erst nach den trojanischen Kriegen ein. Von Alexander dem Großen wird berichtet, dass er ein ganzes, mit Olibanum beladenes Schiff nach Griechenland schickte, damit den Göttern reichlich geopfert werden konnte. Theophrast, Plinius und viele andere beschrieben den Weihrauchbaum ausführlich, ohne ihn je selbst gesehen zu haben. In Rom gelangte er nur sehr langsam zur Einführung. Im Mittelalter bediente die römische und griechische Kirche sich des Weihrauchs in sehr ausgedehnter Weise; er wurde nicht nur bei Gottesdiensten sondern auch bei den sogenannten Gottesgerichten gebraucht. Hierzu wurde der Weihrauch in einer Weihrauchkugel aus Metall verräuchert. In der katholischen Liturgie werden der Altar, die Bibel, das Brot und der Wein beräuchert.

Als Arzneimittel wird Weihrauch bereits in den Hippokratischen Schriften genannt. Auch im Mittelalter fand Weihrauch in Form von Pillen und Emulsionen Verwendung.