Pharmazeutisch-wissenschaftliche Daten zu Weihrauch

Das native, ursprüngliche Weihrauch-Harz enthält 200 verschiedene Einzelsubstanzen, die in ihrer unveränderten, natürlichen Komposition für die Wirksamkeit einer Therapie sehr wichtig sind. Frau Dr. Zirbel beschreibt in ihrem Artikel in OM & Ernährung (2011), dass vier Boswelliasäuren in der Grundlagenforschung besondere Wichtigkeit erlangt haben und vermutete Wirkungsweisen nun weitgehend belegt sind. Diese Wirkungsweisen finden nicht nur in der traditionellen sondern auch in der aktuellen therapeutischen Anwendung ihre Bestätigung. Langjährige Erfahrungen mit dem erfolgreichen therapeutischen Einsatz von Weihrauch-Harz belegen die Relevanz von diesem besonderen Phytotherapeutikum für die Integrative Medizin.

Im DAB 1 (Deutsches-Arznei-Buch, 1. Ausgabe von 1871) und dem Ergänzungsband DAB 6 war Weihrauch schon im vorletzten Jahrhundert als offizielle Droge vermerkt. In den vergangenen Jahren ist das Interesse hinsichtlich der Anwendung von Weihrauch aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse über die Wirkungen der Boswelliasäuren wieder gestiegen.

Das Afrikanische Arzneibuch für Arzneipflanzen (African Herbal Pharmacopoeia) enthält in seiner aktuellsten Ausgabe von 2011 eine Monographie für Boswellia sacra (carteri). Innerhalb der Monographie werden unter dem Kapitel Pharmakologie antibakterielle, antivirale, antimykotische (gegen Pilzerkrankungen) sowie antientzündliche Eigenschaften beschrieben. Im Zellversuch wurden eine Inhibierung der Topoisomerase II Aktivität (Enzyme für die Verdopplung der DNA) und eine apoptotische, den Zelltod betreffende Wirkung nachgewiesen. Durch diese Mechanismen wird unter anderem das Wachstum von entarteten Zellen gehemmt. Als therapeutische Indikationen für Weihrauch werden im Afrikanischen Arzneibuch antientzündliche Eigenschaften beschrieben, die unter anderem eine Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis, chronischer Colitis oder Asthma bronchiale als sinnvoll erscheinen lässt.

Großen Verdienst erwarb sich der Tübinger Pharmakologe Prof. Dr. Ammon durch seine Forschung in Bezug auf eine Verwendung von Weihrauch bei entzündlichen Darmerkrankungen, Hauterkrankungen und der rheumatischen Polyarthritis und Osteoarthritis.

Prof. Dr. Simmet von der Universitätsklinik in Ulm erkannte die 3-O-Acetyl-11-keto-beta-Boswelliasäure (AKBA) in Weihrauch als hochwirksame Substanz. In klinischen Studien konnte er nachweisen, dass die Einnahme von Weihrauch während der Mahlzeiten die Bioverfügbarkeit der einzelnen Boswelliasäuren um 100 - 400 % gegenüber der Nüchterneinnahme steigert.

Die traditionelle und aktuelle Verwendung von Weihrauchharz wird in folgenden Veröffentlichungen ausführlich beschrieben:

„Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. med. Simmet untersuchte in einer klinischen Studie an Patienten mit Neurotumoren (Glioblastome und Astrozytome) den Einfluß einer standardisierten Zubereitung des Harzes von Boswellia serrata und stellte eine signifikante Verringerung der Tumorgröße fest.” Deutsches Ärtzeblatt 93, Heft 49, 6 Dezember 1996 (87)

Das Afrikanische Arzneibuch beschreibt, dass „Boswelliasäuren bekanntermaßen anti-entzündliche Eigenschaften besitzen (Safayhi et al., 1997) und zur Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis, chronischer Colitis und Asthma bronchiale, etc. eingesetzt werden können” (African Herbal Pharmacopoeia, edited by: Brendler T., Eloff J.N., Gurib-Fakim A., Phillips L.D.,Graphic Press Ltd. (August 2010).

Frau Dr. Zirbel fasst den Einsatz von Weihrauch-Harz in der Integrativen Medizin in ihrem Artikel in der Zeitschrift OM & Ernährung, 2011 Nr.136 gut zusammen: „Weihrauch-Harz: Einsatz in der Integrativen Medizin, Auswahlkriterien für das therapeutisch wirksame Harz und Einnahmekriterien als Grundlage für eine erfolgreiche Therapie.”